Montag, 5. Dezember 2011

Probleme des Lebens

- Oder?
+ Mhhh
- Was Mhh? Also wie jetzt, ja oder nein, ich mein du musst doch irgendwie ne Haltung zu haben.
+ Nee... Nee, hab ich echt nicht...
- Jetzt sei mal nicht so borniert bitte
+ Ey Entschuldigung, aber ich hab beschlossen ueber sowas einfach nicht mehr zu reden. ... Das hat einfach keine Substanz. ... Ich weiss genau du hast diese Theorie irgendwann ausgedacht, haelst sie fuer ziemlich clever und wolltest sie halt irgendwie loswerden. Das is auch ok, aber da muss man doch nicht immer stundenlang drueber reden
- mhh, ok... Ja... dann... worueber moechtest du denn bitte gerne reden?
+Weiss ich jetzt auch nicht.
- Ach, weisste jetzt auch nicht. Erst weisst du, dass du darueber nicht reden willst und jetzt weisst du auch nicht worueber du reden willst... Worueber willst du denn reden? Ja, worueber?
+ Ja, weiss nicht... ueber irgendwas wichtiges... ueber ... Probleme des Lebens man.
- Probleme des Lebens???
+ Ja!
- mhh, ok.
+ Was?
- Ja, nee, is schon ok. Und wann hast du dir das so ueberlegt, so?
+ Vorhin. Grade eben.
- Ahso. Also vorhin, als ich hier so gerade einen gebaut habe, hast du dir gesagt: so! Ab jetzt rede ich nur noch ueber Probleme des Lebens.
+ Mhh.
- Spontan?
+ mhh. spontan.
- Alles klar...  Du bist manchmal drauf ey...

Wem kommts bekannt vor?

Dann wollen wir mal. Probleme des Lebens.
Im Moment hab ich garkeine... Oder sie sind so unwichtig, dass sie mir nichteinmal einfallen.
Ich geniesse es im Moment hier alleine zu leben, mich nur nach mir selbst richten zu koennen und mich der Musik, dem Sport und dem Pokern hinzugeben.
Ja, Sport. Genau.
Letzte Woche habe ich wieder mit dem Tischtennis begonnen. Die reine Wonne! Das hat so Spass gemacht und so gut getan, dass ich hier abends sass und einerseits total im Arsch war, mich aber dabei saumaessig gut gefuehlt habe. Am Donnerstag war es genauso und mich hat die Lust wieder richtig gepackt. 8 Jahre ist es her, dass ich regelmaessig beim Training war und der ein oder andere kann sich sogar noch an mich erinnern.
Das Klavierspielen begeistert mich immernoch so sehr, wie am Anfang, wenn nicht sogar noch mehr. Es vergeht fast kein Tag an dem ich nicht n Stuendchen dransitze und Musik zu machen tut sooo gut!! Mit jeder Stunde werde ich besser und das macht gleich noch mehr Spass.
Dazu kommt, dass ich scheinbar die Leute um mich herum inspiriere. Paula spielt nun oefter mit mir und hat richtig Lust bekommen, Moritz hat sich schon ein Keyboard gekauft und spielt fleissig, John spielt wieder mehr als vorher und ich freu mich darueber gleich doppelt.
Da mein letztes Update schon ein Weilchen her ist, will ich auch noch mit dem philosophieren anfangen. Vorher aber eine kurze Geschehensskizze.
Ich war unten in Landsberg und habe Moritz ein paar Tage besucht. Dabei haben wir natuerlich viel ueber Beziehungen und die Liebe gesprochen, das Gefuehl zu anderen Menschen und sowieso ueber Gott und die Welt. Das war ein sau angenehmer, entspannter Besuch und schon nach einer viertel Stunde waren wir uns einig, dass sich die Fahrt gelohnt hat.
Auf dem Rueckweg bin ich dann in Frankfurt vorbei gefahren und hab eine Freundin mitgenommen. Und zusammen haben wir eins der schoensten Wochenenden meines Lebens genossen.
Dabei haben wir extrem offen ueber unsere innersten Bewegungen gesprochen.
Wie und wieso entwickelt sich ein Gefuehl gegenueber einer anderen Person? Kann man gegenueber mehreren Personen Liebe verspueren? Wo faengt Liebe eigentlich an und wo geht sie in Freundschaft ueber? Kann man da ueberhaupt klare Grenzen ziehen?
Das Gefuehl der Anziehung zu einer anderen Person, welches nicht mehr nur zur Freundschaft gehoert, aber dennoch auch nicht zur Liebe gezaehlt werden kann ist eine verdammt komplizierte Sache. Wir kennen sie alle. Man trifft jemanden, den man noch nie gesehen hat und wundert sich sogar, warum man sich so sehr dorthin gezogen fuehlt, wenn man doch noch garnichts ueber den- oder diejenige weiss. Andere kennt man Jahrelang, hat sie unheimlich gern und dennoch fehlt diese Art der Anziehung.
Was ist, wenn genau diese Anziehung zwischen Freunden entsteht, die aber beide durch Beziehung, raeumliche Trennung oder andere Gruende dieses Gefuehl nicht weiterleben koennen?
Wo beginnt der Punkt, wo aus Freundschaft mehr wird? Kann man das kontrollieren?

Ja, man kann.
Ich habe festgestellt, dass es sogar sehr gut geht. Ich nenne es das Gegenteil einer Sex-beziehung. Man lebt den geistigen, den Gefuehlsteil aus, ohne den koerperlichen Teil zuzulassen.
Das ist, gelinde gesagt, abgefahren.
Und es ist eine Erfahrung, die ich um nichts in der Welt missen will.
Ich habe festgestellt, dass es moeglich ist von jemandem Abschied zu nehmen, mit dem ich mich unglaublich gut gefuehlt habe, mit dem ich am liebsten Wochen verbringen wuerde und bei diesem Abschied ueberhaupt nicht traurig zu sein. Kaum ein Gedanke an: es waer so schoen, wenn es noch laenger ginge. Sondern einfach der pure Genuss dieser Zeit und die Freude an der Erfahrung.
Und wie gerade jetzt der Fall, wenn ich daran zurueckdenke laechle ich in mich hinein und geniesse die Erinnerungen.
Everything you do, no matter what, changes you.
Wer seinen Mut zusammen nimmt, wird ein Stueckchen mutiger.
Wer sich schuechtern zurueckzieht, wird ein bisschen schuechterner.
Wer positiv denkt, wird ein bisschen mehr Optimist.
Und wer sich gut fuehlt, wird ein bisschen gluecklicher.

Es liegt an uns zu entscheiden, wer wir sein wollen und wer wir nicht sein wollen. Und dann liegt es ganz allein an uns, uns in diese Richtung zu bewegen.
Sei es durch Gedanken, Taten, Erkenntnisse. Wir sind, was wir aus uns machen.
Wer diese Erkenntnis gewonnen hat, hat aber dadurch auch einen gewissen Nachteil.
Er kann nie wieder seine Umgebung dafuer verantwortlich machen, wer er ist.
Solange man diese Erkenntnis noch nicht in seinem Kopf geformt hat, weiss man das noch nicht und kann diese Verantwortung deshalb auch nicht tragen.
Trotzdem will ich nie zu dem Teil gehoeren, der diese Welt passiv lebt.
Ich lebe aktiv! Ich forme selbst, was ich erlebe und wie ich es erlebe! Ich veraendere mich selbst und durch mich auch meine Umgebung.
Und ich geniesse jede Sekunde davon!
Peace, I am out.

Sonntag, 13. November 2011

Update von mir / Schlagzeilen

"Käme Plato mit einer Zeitmaschine zu uns, so schreibt Graeber, er würde sich nicht wundern, Menschen zu sehen, die arbeiten müssen, nicht, um ihr Leben zu leben, sondern um eine Schuld zu bezahlen, für die ihr Leben gar nicht ausreicht. Zu seiner Zeit nannte man sie Sklaven."

Zu finden in Fefes Blog, urspruengliche Quelle ist die FAZ.

Der Artikel ist sehr zu empfehlen, Fefes Blog sowieso, der ist zu meiner Alltagslektuere geworden.

Und wenn ich schonmal dabei bin, erzaehle ich gleich mal wo es mich jetzt eigentlich hinverschlagen hat. 
Seit knapp zwei Wochen bin ich hier im hohen Norden und so langsam habe ich mich auch wieder eingelebt. Papi kam vorbei und hat einige Sachen aus seiner Wohnung mitgenommen und damit nicht alles kahl aussieht haben wir eine schoene Indonesische Bank, die schon vor 20 Jahren in Solo stand, von einem Freund abgeholt und hier ins Wohnzimmer gestellt.
Schon ein paar Tage zuvor hatten wir mein Piano aus Ottersberg geholt, ehrlich gesagt direkt am Tag meines Umzugs.
Eigentlich sitze ich jetzt hier an diesem Eintrag nur deshalb, weil alles rundherum still und leise geworden ist.
Nele ist mit Lennart nach Kassel gefahren, von wo aus sie dann mit dem Zug weiter fahren wird, noch jemanden besuchen und dann wird sie am Dienstag weiter nach Bali fliegen.
Lennart tritt nun seine bis dato unbefristete Zeit in der Kommune in Kassel an.
Vor ein paar Wochen sind wir zwei Tage da gewesen und er hat so Lust drauf bekommen das Kommunenleben kennenzulernen, dass er nun da Wohnen wird. Bin schon auf den naechsten Besuch gespannt, ich glaub das wird ne richtig geile Zeit fuer ihn.

Da wahrscheinlich viele von euch die Schlagzeilen gelesen haben und dabei wohl so einige an mich dachten (ich wurde x-mal angesprochen), will ich hier auch dazu nochmal ein wenig schreiben.
Der gute Pius Heinz hat in Las Vegas beim WSOP Main Event 8.7 millionen dollar fuer den ersten Platz gewonnen.
Dazu muss man sagen: Er hatte zwar auch riesen Glueck gerade in dem groessten Turnier der Welt so gut zu runnen, aber auf der anderen Seite hat er auch verdammt gut gespielt.
Und damit komme ich zu dem, was ich schon seit ewigen Zeiten den Leuten um mich herum erklaere und manchmal scheitere ich dabei.
Poker ist nur auf kurze Sicht ein Gluecksspiel! Auf lange Sicht geht es um Wahrscheinlichkeiten, Setzstrategien, Psychologie und Gegneranalyse. Auch die allgemeine Herangehensweise an das Spiel, das sogenannte Mindset, ist ein wichtiger Bestandteil.
Fuer manche Menschen ist Poker einfach nur ein Gluecksspiel. Aber das ist schlichtweg falsch. Denn ein Gluecksspiel ist etwas, wo der Ausgang des Spiels nicht vom Spieler zu beeinflussen ist. Beim Pokern trifft das nicht zu. Schaut einfach mal hier.

Montag, 31. Oktober 2011

Whats up next?

Sodale, da bin ich nun wieder.
Da erstmal keine echte Option zum reisen ohne genug Kohle besteht, habe ich mich entschieden zu Papi nach Cluevo zu fahren, da ein paar Wochen zu bleiben und so viel Geld wie moeglich zu verdienen. Je nachdem wie viel ich dann in ein paar Wochen zusammen habe kann ich schauen, wie weit weg und wie kostspielig die naechsten Ziele sein werden.
Im Moment bin ich garnicht mehr so sauer auf die Absage. Sie hat mir zu ein paar sehr schoenen Erfahrungen und weiteren schoenen Besuchen verholfen, so dass ich im nachhinein garnicht sagen kann was besser gewesen ist.
Dennoch habe ich immernoch keinen weiteren Kontakt mit Henno gehabt. Nicht angerufen, nicht geschrieben, nix... Aber so ist das meistens mit ihm. Hab da schon n bestimmten Ablauf erkannt.
Absage ueber ne message, bloss kein direkter Kontakt. Keine weiteren Infos und dann ein paar Wochen auch kein weiterer Kontakt, in keiner Form, bis die Zeit sein Gewissen ein wenig sauber gewaschen hat und er sich wieder dazu bewegen kann zu schreiben. Meist aber nur als Antwort, wenn man sich selbst gemeldet hat, selten als Eigeninitiative. Schade eigentlich.

Ich bin auf jeden Fall froh mein Mopped hier oben zu haben und werde nun versuchen das zu verkaufen. Das wird dann wahrscheinlich bedeuten, dass ich ne Menge Fahrrad fahren werde. Dann werd ich wenigstens mal wieder fit!
Ich werde also so richtig schoen Nerdmaessig zuhause rumlungern, zwischendurch einkaufen, zocken bis der Arzt kommt und sofern noch Zeit ist ein wenig Musik machen. Werde mein Piano auf jeden Fall mit nach Cluevo nehmen, wahrscheinlich heute noch. Freu mich schon drauf, gestern habe ich schon die ersten Tasten angeschlagen, als ich in der WG war.

Also dann, Nerdnachrichten gibts dann irgendwann aus dem Cluevo-keller.

Mittwoch, 26. Oktober 2011

Anboehliewieboell!

Henno hat mir "vorlaeufig abgesagt" fuer Malta. Mit einer kurzen message bei skype, ohne Erklaerung, nur dass da "was zu erledigen" sei.
Super! Da kann man ja richtig drauf planen, klingt unheimlich verbindlich und durchdacht.

Malta faellt also vorlaeufig ins Wasser, die msg kam vor ein paar Stunden und ich muss jetzt erstmal klarkommen und umplanen. Da das Wetter im Moment gut ist werde ich in den Norden fahren und mein Mopped dahin bringen. Ueber Frankfurt, eventuell Muenster/Kassel, eventuell Guetersloh, das muss ich aber erstmal alles erfragen. Der "Plan" ist auf jeden Fall erstmal wieder durcheinander ^^
Mal schauen was kommt, ich werde hier weiter updaten.

Montag, 24. Oktober 2011

12 Tage fuehlen sich an wie 6 Wochen!

Halli hallo und einen wunderschoenen kalten Herbsttag euch allen!
Seit wir in Landsberg losgefahren sind ist eine Menge passiert. Und wenn so viel passiert, dann verhaelt sich die Zeit immer komisch... auf den Moment gesehen kommt sie einem unglaublich kurz vor und im Nachhinein betrachtet fuehlt sie sich viel laenger an.
Genauso war es jetzt auch.
In kurzform: Landsberg -> Karlsruhe -> Kassel -> Karlsruhe -> Wegelnburg -> Karlsruhe -> Freiburg -> Basel -> Karlsruhe.
Aber so eine Kurzform gibt ja nicht viel her...
Wir sind also in Landsberg los und der Plan war das Mopped direkt nach Kassel zu fahren. Das waer aber mit frieren und Arschschmerzen verbunden gewesen, weshalb wir uns entschieden erstmal in Karlsruhe halt zu machen. Putu und Thomas waren da aber unterwegs und so war es hier recht still. Am Samstag kam dann Paula am Bahnhof an und da Chrissie an dem Abend zu ihren Eltern gefahren ist, hatten wir das erste Mal ne sturmfreie Bude. Auf Reisen bei den Gastgebern sturmfrei, das hatte ich vorher auch noch nie! War aber auch ganz chillig.
Wir liessen uns dann noch ein wenig in die Regionalen Sehenswuerdigkeiten einweisen und so ging es dann auf die Wegelnburg bei Wissembourg. Das sieht dort in etwa so aus:



Da uns bekanntlich das Glueck aus dem Arsch kriecht hatten wir selbiges auch wieder mit dem Wetter. Es war zwar recht kalt, aber so is das ja nunmal im Herbst... Kein Regen, viel Sonne und wunderbar klare Luft. Einfach herrlich!
Der Marsch nach oben war allerdings nicht so herrlich... Da durfte ich mir dann von meinen Beinen sagen lassen, dass sie nicht fit genug fuer Felsenpfadwanderungen mit 15 kilo auf dem Ruecken sind... Aber wat mutt dat mutt und so kamen wir dann auch alle oben an, wenn auch recht fertig. Moritz und Paula gaben sich dann erstmal der Romantik hin, waehrend Lennart und ich die starken Maenner machten und im Wald Feuerholz suchten.
Eine gute stunde spaeter sassen wir dann an den waermenden Flammen oben auf der Burg, waermten uns auf und warteten sehnsuechtig auf das Essen, das Moritz gerade kochte.
Ziemlich geil mit dem Topf einfach mitten in der Glut zu kochen und sich nicht den Umstand mit nem Dreibein, Steinen oder sonstwas zu machen. Einfach ein bissl Glut zur seite schieben, Topf drauf, Nudeln rein und als die dann abgegossen waren kam da Tomatensosse, Kraeuter, Ei, Kaese und Salz und Pfeffer rein. Schmeckte goettlich!!
Den Abend haben wir dann noch mit Gitarre, Gesang und Lagerfeuer ausklingen lassen und haben uns dann in den Rittersaal eingenistet, wo wir vor Wind und Wetter geschuetzt waren.
Das ist ein Raum, ca. 3*6 meter gross, einfach in den Fels gehauen, also keine Mauern oder so, nur purer Sandstein. Oben drueber sind dann Teile der Burg gebaut worden.

Ziemlich kalt isses da nachts geworden. Aber wir hatten mit ordentlich Decken und Schlafsaecken vorgesorgt und somit konnten wir alle ganz gut schlafen.
Das naechste Ziel war Freiburg. Wer wollten ein bisschen Klischeetourimaessig die Stadt anschauen und vor allem das schlechte Wetter ueberbruecken was am Mittwoch kommen sollte. Da Karlsruhe direkt auf dem Weg lag haben wir da noch eine kurze Kaffeepause eingelegt und sind dann weiter Richtung Black Forest Hostel in Freiburg gefahren. Mega das Oeko-hostel, sauchillig, bisher das beste Hostel in dem ich gewesen bin. Dort ist eigentlich nicht viel passiert ausser essen, schlafen und kacken...
Die einzige Aktion war ein Besuch in der Badeanstalt, Moritz hatte saubock zu saunieren und Paula mussten wir ihr "Das kenn ich nicht, das mag ich nicht" Syndrom austreiben.
Leider sind die Sachen durcheinander gekommen, so dass ich ohne Badehose und Handtuch dastand... Die Boxershorts konnte zwar fuer das Schwimmbad aushelfen, aber in der Sauna ging ohne Handtuch nix... und ausgeliehen wurden da auch keine...Leider war das Wasser viel zu kalt fuer eine Frostbeule wie mich, so dass es letzten Endes beim Biertrinken und den schwimmenden Leuten zuschauen blieb.
Die naechste Station war dann Basel und die Isteiner Schwellen. Am Tage sehen die etwa so aus:
Ich hatte im Auto auf der Fahrt geschlafen und so machte ich die Augen auf und wir standen auf irgend einem verlassenen Parkplatz mit Baeumen drum herum. Es war schon dunkel und wir hatten entschieden die Ponchos zu nem Zelt zusammenzukneupfen, damit wir vor eventuellem Regen geschuetzt sind.
Moritz und Paula durften den Luxus geniessen im Auto zu pennen.
Also haben Lennart und ich uns die Ponchos geschnappt, zusammengeknuepft, ne Leine aufgespannt, Ponchos lang drueber, noch ein paar Heringe geschnitzt und dann ein schoenes, einfaches, kleines Zelt damit gebaut, vorn und hinten offen.
Da wir noch keinen Bock hatten uns schlafen zu legen fingen wir an Feuerholz zu suchen.
Noch nie hab ich so ewig gebraucht um eine so kleine Menge gutes Feuerholz zu finden... Ewig sind wir mit der Lampe durch den Wald gestratzt aber die Baeume wollten ihre toten Aeste nicht hergeben. Da half kein Klettern, Leine drueber und von unten ziehen, kein draufspringen oder sonstwas... die wollten da weiter sterben!
Nach ner guten Stunde haben wir dann aber ein paar kleinere Aeste zusammengeklaubt, die uns fuer ein kleines Lagerfeuer dienen konnten. Moritz und Paula vergnuegten sich schon im Auto, also sassen Lennart und ich dann allein am Feuer. Leider gab es aber nur noch ein Bier zum teilen und so klang der Abend dann nach und nach mit ein paar gesummten und ein paar gesungenen Liedern ohne Gitarrenbegleitung aus. War aber mit Sternenhimmel und dem Rauschen des Rheins noch ziemlich chillig.
Nachdem das Holz dann nach 2 Stunden runtergebrannt war machten wir beide uns auf in unsere Schlafsaecke, die schon vorbereitet unter unserem kleinen Ponchozelt lagen. Hab mir dann meine Isomatte plus Schlafsack ein wenig aus dem Ponchozelt rausgeschoben, so dass ich mit dem Kopf unter freiem Himmel lag.
Obwohl ich schon verdammt oft gezeltet habe, auch ueber laengere Zeiten und so schon oft draussen gepennt habe, hab ich noch nie unter freiem Sternenhimmel weit von zuhause gelegen und dem Rauschen eines Flusses gelauscht. Das war ein echt schoener Einschlafmoment!
Am morgen haben wir uns dann in der Eiseskaelte nach Basel aufgemacht. Naja, am Morgen ist schoen gesagt, unsere Morgende waren ja eher so zwischen 12 und 2. Nach dem Aufstehen halt.
Haben uns ein wenig die Stadt angeschaut, ein paar Kaffees getrunken, heisse Maronen gegessen und endeten dann in einem Internetcafe, wo uns die Idee kam noch am Abend nach Karlsruhe aufzumachen. 5 Minuten, einen Anruf und eine Zusage spaeter waren wir dann auf dem Weg zum Auto und gute 2h spaeter waren wir wieder in Karlruhe. Unser kleiner Zufluchtsort.
Das ist nun zwei Tage her. Hier hatten wir dann auch wieder eine richtig gemuetliche Zeit mit ein paar Schachpartien, Planaenderungen, einem hammermaessig geilen 3Gaengemenue von Moritz und ein paar netten Muckeeinlagen.
Vor ein paar Stunden nun sind alle losgefahren. Paula ist nach Goettingen aufgebrochen, Moritz und Lennart sind nach Landsberg aufgebrochen und ich habe mir ein Ticket nach Paris gebucht. Morgen Abend geht es dann auch fuer mich los, mit dem Nachtbus, frueh um sieben werde ich ankommen und in Richtung von Hennos Hotel aufbrechen.

Ich habe nun 4 der schoensten Wochen meines Lebens hinter mir. Es hat erst holprig mit Hamburg angefangen, ging dann aber fantastisch mit Frankfurt weiter. Lustig wars in Landsberg und Schoen wars in der Natur immer wieder zwischendurch.
Es war einfach eine unglaublich geile Zeit!

Jetzt schaue ich auf den naechsten Abschnitt. Ich freue mich schon drauf Antonia in Paris zu besuchen und mit Henno Richtung Malta aufzubrechen. Venedig, Rom und Sizilien stehen vor der Tuer und was im naechsten Jahr kommt... wer weiss. Ich freu mich auf jeden Fall jetzt schon drauf!

Montag, 10. Oktober 2011

Krank...

Bah, so eine kacke. Nu sitze ich schon den ganzen Tag im Bett, die Nase laeuft, der Hals kratzt und ich freu mich schon wieder gesund zu sein und richtig planen zu koennen.
Das war wirklich interessant:
Als ich gesund war, habe ich mir immer wieder Gedanken darueber gemacht, wo ich in den naechsten Tagen hin will, welche Moeglichkeiten es gibt, was cool waere etc.
Gestern, als ich krank wurde, hat sich das schlagartig geaendert und ich hab alle, was um Planung geht nach hinten gestellt und gefuehlt die naechsten 2 Wochen action aus meinem Plan gestrichen um zu schauen wo ich Betten hueten kann.
Aber ich hoffe einfach mal, dass ich keine 2 Wochen brauchen werde... Davon geh ich aber auch aus.

Moritz und Lennart haben jetzt auch neue Plaene geschmiedet.

Lennart wird wahrscheinlich nach Freiburg ziehen und dort ein paar Monate arbeiten und Moritz wird jetzt erstmal in Landsberg arbeiten und dann nach Australien fliegen um dort zu arbeiten und allein unterwegs zu sein.
Find ich beides saugeil!
Vorher wirds aber am 15. noch nach Karlsruhe gehen, wo wir uns (anstatt wie urspruenglich geplant in Paris) mit Paula treffen und ein paar Tage verbringen werden. Wie lange ich mit denen unterwegs sein werde ist nicht klar, aber fest steht, dass ich am 22. oder 23. in Paris sein werde, um mich dort mit Henno zu treffen und mit ihm weiter zu ziehen richtung Sueden, mit Malta als Endstation.

Samstag, 8. Oktober 2011

Alles hat ein Ende nur die Wurst hat zwei

Da sitze ich nun in Landsberg am Lech im Wohnzimmer von Felix, lasse mich von Moritz mit der Gitarre bespielen und mein Motorrad steht 100km von hier auf einem kleinen Parkplatz an nem Radweg. Aber ich greife vor.
Am Freitag vor zwei Wochen packte ich mein Motorrad mit meinem Kram und fuhr nach Hamburg. Dort erwartete mich Henning und nachdem wir in unser erstes Hotel eingecheckt hatten machten wir uns auf um die Stadt ein wenig zu erkunden und mit einem Abendbier die Kehle zu kuehlen.
Leider fanden sich in unserer Umgebung nur Absteigekneipen und so endeten wir dann mit einem Sixer Becks und einem Film im Hotelzimmer.
Leider mussten wir da recht frueh auschecken, da das Hotel fuer die zweite Nacht ein anderes war und wir da noch hinmussten. Also all den Kram durch die Stadt geschleppt und im Crowne Plaza eingecheckt, wo wir superguenstig ein Zimmer geschossen hatten. An dem Abend ging es dann auf die Pokerstrategy.com Community Party.
Die war ein Flop... Bis auf das Freibier war es ziemlich mau und so kam es, dass wir im Laufe des Abends noch auf der Reeperbahn entlangstratzten und uns die Regionalen Sehenswuerdigkeiten in der Herbertstrasse ansahen und uns noch ein paar Stunden die Fuesse vertraten.
Am Sonntag waren wir dann, dank einer recht kurzen Nacht (11 uhr auschecken) und eines am Vorabend recht ordentlichen Alkoholpegels ziemlich fertig. Dummerweise mussten wir noch eine ganze Weile auf die Mutter von Henno warten, wo die naechste Station sein sollte.
Aber erstens kommt es anders und zweitens als man denkt!
Hennos Mum hatte nicht ihren besten Tag und wollte keinen Besuch mehr, so blieb mir nur noch die Moeglichkeit nach Hause zu fahren.
Und da sass ich dann... zurueck Zuhause... Wo ich doch eigentlich unterwegs sein wollte...
War schon ein ziemlich komisches Gefuehl.
Da hatte ich aber ueberhaupt keinen Bock drauf! Also bin ich am naechsten Morgen erstmal gediegen beim Baecker fruehstuecken gegangen und hab ueberlegt, wie ich die Situation am besten aendere.
Urspruenglich war geplant am Mittwoch nach Berlin zu fahren, es war Montag und so lange wollte ich nicht warten. Also hab ich nach dem Fruehstueck den Lappi angeschmissen um zu schauen wer denn noch eine Herberge fuer mich haben koennte.
Zufaellig war Alex aus Frankfurt gerade online, die ich vor ein paar Jahren bei meinem Cousin kennengelernt hatte und mit der ich eine ganze Weile lange und tiefsinnige Mails geschrieben habe.
Als ich sie dann fragte ob ich noch am selben Tag vorbeikommen koennte war sie ziemlich von den Socken, hat sich aber auch saumaessig gefreut und so sass ich dann eine Stunde spaeter auch schon wieder mit gepackten Sachen auf meinem Motorrad. Ab nach Frankfurt.
Auf dem Weg habe ich dann noch einen Zwischenstopp in Muenster bei meiner Oma eingelegt und bin gut verkoestigt worden und Nachts um 12 uhr stand ich dann bei Alex vor der Tuer.
Das war eins der herzlichsten Wiedersehensmomente meines Lebens!
Wir haben bis morgens um 5 auf dem Balkon gesessen und geredet, uns umarmt, die Zeit genossen, erzaehlt und geschwiegen. Es war unglaublich schoen!
Der naechste Tag verlief aehnlich. Diese zwei Tage waren so entspannt, offen, herzlich, vertraut... ich kann es garnicht beschreiben...
Alex hat genau wie ich mit dem Klavierspielen angefangen und so durften meine Finger dann noch ein wenig ueber die schwarzen und weissen Tasten ihres Keyboards huepfen.
Wir haben uns ueber Traeume ausgetauscht, von unseren Erlebnissen berichtet und dabei festgestellt, wie unglaublich nah wir uns eigentlich wirklich sind.
Da Alex aber auch wieder arbeiten musste und ich noch mehr Stationen auf meiner Reise hatte, fuhr ich am Mittwoch weiter zu Sanni, Elbi, Caspar und Vincent, auch in Frankfurt.
Und wieder hatte ich einen richtig schoenen Abend mit Vincent, wie gewohnt im Park im Koreanischen Garten, der schon so einige abenteuerliche Naechte hervorgebracht hat.
Am Donnerstag fuhren wir dann zu Nona, meiner 89 jaehrigen Grossmutter, die sich zwei Wochen vorher ein Ipad gekauft hatte, welches sie uns auch stolz praesentierte.
Das finde ich sowas von geil! Meine 89 jaehrige Nona hat ein Ipad und schreibt fleissig Mails, schaut sich Internetseiten an und macht Fotos von sich und den anderen um sich herum. Als wir da waren hat sie dann gelernt, wie man diese in Anhaengen verschicken kann. Einfach herrlich!
Also an alle Computermuffel: Wenn sich eine 89 ohne jegliche Computererfahrung noch daran traut, dann sollten sich davon alle eine Scheibe abschneiden und der Welt des Internets nicht den Ruecken kehren. Die hat naemlich viel zu bieten!
Als ich dann von diesem aufregenden Besuch wiederkam hatte ich dann eine Mail von Felix, in der drin stand, dass Moritz und Lennart gerade auf dem Weg nach Landsberg sind und am Freitag ankommen wollen. Ich hab mich gefreut wie ein kleines Kind nach dem ersten Purzelbaum!
2 Stunden hat es gebraucht, bis ich meine Sachen wieder gepackt hatte und wieder auf dem Motorrad Richtung Landsberg am Lech war. weitere Sechseinhalb Spaeter war ich bei Felix angekommen. Arschkalt war die Fahrt auf dem Motarrad gewesen... brrr... Aber es hat sich sowas von gelohnt!
Ich hab mich saumaessig gefreut Felix und Caro wiederzusehen und hab mit dem Felix noch bis 4 Uhr morgens auf dem Balkon gesessen und gutes Tegernseeer Helles getrunken. Uebrigens das beste Bier, was bisher meine Feinschmeckerzunge erreicht hat!
Am naechsten Abend kamen Moritz und Lennart dann hier an. Ich hab mich soooooo gefreut!! Ich hatte einfach ueberhaupt garnicht damit gerechnet die beiden noch vor Paris in den Arm nehmen zu duerfen und ploetzlich stehen sie da, im schoenen Bayern, mit ihrem neuen Auto und rufen vom Parkplatz Richtung Balkon ein fragendes: "Manik???" Denn die hatten keinen Schimmer davon, dass ich schon so frueh runter fahren koennte. Ich liebe Ueberraschungen!
Am Abend waren wir dann auf eine Kneipentour zum reinfeiern in den Geburtstag eines Landsberger Kollegen eingeladen. Das war mit vieeeel Alkohol und ein kleines bisschen laufen zu tun und endete morgens um halb acht in der Kueche zum Antikatermahl. War n ziemlich geiler Abend, wo wir mal die Freunde von Felix kennenlernen konnten und uns richtig gut amuesiert haben, auch wenn sich zwischendurch schon fast alles gedreht hat...
Am naechsten Tag wurde der Kater nach anfaenglichen Startschwierigkeiten mit einem kuehlen Blonden verabschiedet, denn es musste aus dem Geburtstag ja wieder rausgefeiert werden!
Daraus wurden dann viele Stunden mit Musik und Gesang, einem herrlichen "buffdibuddeldi" remix und ein paar schoenen Wiedersehensmomenten einiger Bayern, die dem beschaulichen Ottersberg schonmal einen Besuch abgestattet hatten und Niklas, der dem beschaulichen Ottersberg entfleucht war um dem schoenen Bayern einen Besuch abzustatten.
Am Sonntag ueberlegten wir dann wie unsere Wege weiter gehen sollten und die beste Idee war in die Natur zu fahren und zu dritt ein paar Tage zu campen. Also machten wir uns auf, ein paar km richtung Sueden um im Allgaeu ein paar sehr schoene Tage mit Lagerfeuer, Grillwurstfruehstueck, Gebirgsbachwasser trinken, kalten Naechten, Schlafsackschlaftricks, wunderschoenem Wetter und wieder einmal super schoenen Gespraechen zu verbringen.
Und nu sind wir wieder in Landsberg und werden hier noch das Wochenende verbringen.

So zusammenfassend kann ich sagen:
Die Reise ist jetzt schon der absolute Hammer! Ich hab so viele schoene und schwierige Momente erlebt, so viele gute Gespraeche gefuehrt, so viele liebe Menschen getroffen und jetzt schon ein kleines Stueck fuer meine Persoenlichkeit mitnehmen koennen.
Ich freue mich auf die kommenden Stunden und Tage (gerade wird im Nebenraum "Doris" mit Geigenbegleitung geschmettert und die naechsten Lieder will ich nicht verpassen), auf Paris und auf Malta und auf alles was mir zwischendurch noch so passiert! Es ist ein herrliches Gefuehl sich immer auf die naechste Zeit freuen zu koennen! Das hat mir in Ottersberg zeitweise ein bisschen gefehlt.

Das ist Lebensfreude pur!

Ach und wo ich gerade bei Musik bin: Ich hatte von Lennard meine erste Geigenstunde und habe gelernt alle meine Entchen zu zupfen. Wenn ich den Bogen dazu nehme wirds n bissl kompliziert, aber was soll man erwarten... Wollte mal reinschnuppern und es hat Spass gemacht wieder was zu lernen.
Und wo ich grad beim lernen bin: Hier hab ich mir mal ein wenig ueber Bier erzaehlen lassen und gelernt, dass Helles kein Pils ist, Alster nicht das gleiche wie Radler ist, Dunkelbier kein Schwarzbier, wie ein gutes Weizen getrunken werden muss und dass Weissbier das gleiche ist wie Hefeweizen. Hier gibt es so viel verschiedenes von diesem fluessig Brot, da merkt man erstmal wie unterschiedlich Bier schmecken kann! Und wieder was gelernt!

Ich wuerd mich uebrigens freuen, wenn ihr den Link zu diesem Blog an alle Leute weiterschickt, die uns drei kennen und vielleicht auch an unserem Reiseglueck durch das Eintauchen in die kleinen Geschichten teilhaben wollen. Ich freue mich auch immer ueber Fragen und Anregungen, Kommentare, Lob und Tadel und alles was euch sonst noch so einfaellt.

Also, jetzt geh ich singen, peace, I am out!